British Airways neuestes Juwel – Airbus A350-1000 Business Class Test

Am 26. Juli übergab Airbus sein neuestes Flugzeug an British Airways (BA) – den Airbus A350-1000. Von dieser langen Version des Airbus A350 hat British Airways insgesamt 18 Maschinen geordert. Sie werden zum Teil nach und nach die in die Jahre gekommenen Boeing 747-400 ersetzen.

Highlight an Bord ist die neue Business Class, die nun wie eine kleine Suite à la Qatar Airways QSuite funktioniert. Anlass ist der 100. Geburtstag von British Airways am 25. August 2019. Mitte März wurde die neue Business Class sehr zur Überraschung der Allgemeinheit vorgestellt.

Am 05. August war es soweit und British Airways startete seine Testflüge mit Passagieren auf der üblichen Strecke nach Madrid. Hierbei wählte BA nur für den Inaugural Flight (Einführungsflug) den typischen Langstreckenflug BA 460/461.

Dieser war in der Business Class nur der Presse vorgehalten. Für die weiteren Flüge bis Ende August wird hauptsächlich BA 464 (ab London Heathrow 16:45 Uhr Ortszeit)/465 und vereinzelt BA 456 (ab London Heathrow 06:20 Uhr Ortszeit)/457 genutzt, so dass BA hier auch bis zum 2 Flugpaare pro Tag fliegen kann.

Die Anreise

Für meinen Testflug wählte ich vergangenen Freitag, 16. August, den Flug BA 464 aus. Die Anreise erfolgte pünktlich mit BA 969 aus Hamburg mit einer Umsteigezeit von 3 Stunden 20 Minuten. Für Umsteigeverbindungen folgt man im Terminal 5 in London-Heathrow einfach den Purple (lilanen) Wegweisern.

Business Class Passagieren, sowie Britsh Airways Executic Club Mitgliedern der Stufen Sapphire und Diamond, wird der FastTrack durch die erneute Sicherheitskontrolle gewährt. Daher blieb auch noch genügend Zeit, die BA Business Class Lounge North zu besuchen (die South Lounge ist eher zu empfehlen, da sie ruhiger ist, aber dafür liegt sie auch deutlich weiter weg. Aufgrund der langen Wege und gegebenenfalls überlaufenen Sicherheitskontrolle ist eine Umsteigezeit von mindestens 1,5h sinnvoll.).

Der Flug BA 464 wird an einem der Satelliten abgefertigt. In diesem Fall waren es die C-Gates. Mit der flotten Untergrundbahn kommt man zügig dorthin. Das Boarding begann pünktlich um 16:10 Uhr und es waren zur Abflugszeit auch bereits alle Passagiere an Bord. Der Abflug verzögerte sich dann aber leider wegen noch zu ladender Fracht um fast eine Stunde.

Die ersten Schritte

Schon beim Betreten des Fliegers konnte man ein noch fabrikneues Flugzeug riechen. Die ersten Minuten wurden zur umfangreichen Fotodokumentation genutzt. Für den Kunden ist es sehr erfreulich, dass ein Reverse Herringbone (umgedrehte Fischgräten) Prinzip in Kombination mit einer verschlossenen Türe ausgewählt wurde. Hierbei wird dem Passagier die größtmögliche Privatsphäre geboten.

Die Sitzplatzkonfiguration ist 1 + 2 + 1, wodurch jeder Passagier somit einen Gangplatz hat. An den Fensterseiten blickt der Passagier nach draußen. In der Mitte blicken die Passagiere zur Mitte. Zwischen den mittleren Sitzen gibt es auch einen öffenbaren Schieber.

Das Business Class Erlebnis

Der Sitz

Der Sitz ist bequemer und etwas größer als in der alten Business Class. Zum Einsatz kommt hier auch ein Schultergurt aufgrund der Sitzbreite. Er ist mit dem Beckengurt verknüpft und bietet genug Freiraum. Direkt rechts vom Passagier befindet sich eine kleine Leselampe, die man auch wegklappen kann. Daneben befindet ein großer ausklappbarer Spiegel. Man muss sich dafür leider etwas ducken.

Unterhalb des Spiegels befindet sich eine kleine trapezförmige Abdeckung. Hierunter befindet sich eine kleine ca. 5 cm hohe Ablage. Links daneben findet sich eine ähnliche Ablage, aber hier verstecken sich die Stromanschlüsse für den Passagier. Sehr zu begrüßen ist die Möglichkeit, diese Ablage zu schließen und dabei die Ladekabel z.B. für das Smartphone durch einen Schlitz nach außen zu führen. Direkt unterhalb ist ein kleines Display für die Sitzsteuerung, die einwandfrei funktioniert hat.

Neben der Leseleuchtensteuerung kann man hier seinen Sitz in die Abflug/Ankunftslage versetzen oder in ein flaches Bett verwandeln. Der Passagier kann hier seinen Sitz auch im Kopf- bzw. Fußbereich anpassen. Hauptaugenmerk ist voraus der 18,5 Zoll große 4K Monitor. Die Bildqualität ist hervorragend. Sobald die Sonne drauf scheint, sieht man jedoch fast nichts mehr. Unterhalb des Monitors ist der zusammengeklappte Tisch in einem Winkel nach vorne unten an einer Schiene entlang ausziehbar. Der Tisch hakte etwas, aber er ist äußerst stabil gebaut und wackelt nicht. 

npassen. Hauptaugenmerk ist voraus der 18,5 Zoll große 4K Monitor. Die Bildqualität ist hervorragend. Sobald die Sonne drauf scheint, sieht man jedoch fast nichts mehr. Unterhalb des Monitors ist der zusammengeklappte Tisch in einem Winkel nach vorne unten an einer Schiene entlang ausziehbar. Der Tisch hakte etwas, aber er ist äußerst stabil gebaut und wackelt nicht. 

Etwa auf Kniehöhe befindet sich noch ein kleines Staufach für z.B. eine Wasserflasche. Größeren Stauraum gibt es nicht. Die Staufächer sind weiterhin oberhalb des Sitze angebracht. Hier wurde auch nicht auf den Stauraum im mittleren Bereich verzichtet. Im Fußbereich befindet sich eine feste Ablage. Im Liegen stoße ich z.B. nicht an das Ende, aber leider jedoch nach oben an das harte Plastik. Das Umdrehen auf diesem Bett ist mit kleinen Einschränkungen jedoch möglich. Zum Abschluss befindet sich an der Seite zur Tür hin noch eine absenkbare Armlehne. Die Sitzkomposition ist in einem sehr angenehmen Schwarz/Grau mit einigen leicht dunklen Walnussholzelementen gehalten.

Das à la Carte Menü

Laut dem Personal soll auch das Essen der Firma Do-Co an Bord verbessert werden. Da es sich hier um eine kurze Teststrecke handelt, ist das Essen nicht wirklich vergleichbar. Der Passagier erhält eine kleine Speisekarte, die zeitgleich auch die Getränkekarte mit einigen wenigen Weiß- und Rotweinsorten sowie Champagner oder auch Aperitif und Spirituosen abgerundet ist.

Ich konnte dennoch ein leckeres Roasted Chicken bekommen. Es gab die Auswahl zwischen 3 Hauptgerichten, die einzeln zum Platz gebracht werden. Auf dieser Strecke wurde leider an einer Tischdecke gespart. Auf den Langstrecken hoffe ich, dass die Auswahl nochmal deutlich verbessert wird.

Nach den Testflügen sind die ersten Ziele Dubai ab 2.Sep (BA 106/107), Toronto ab 1.Okt (BA 92/93), Tel Aviv ab 1. Dez (BA 162/163) und Bangalore ab 01. Jan (BA 118/119). Zusätzlich werden die Sitze auch nach und nach in der Boeing 777-200 eingebaut. Das erste Ziel ist hier New York ab Ende Oktober.

Ein kurzes Fazit

Als Fazit kann ich sagen, dass der neue Sitz das Reisegefühl bei British Airways bereits deutlich verbessert hat. An die QSuite kommt der Sitz dennoch noch nicht heran. Weiterhin gibt es noch Verbesserungspunkte wie z.B. einen neuen NoiseCancellation Kopfhörer.