Kurioses Gewinnspiel: In Mexiko wird ein 787-8 Dreamliner verlost!

Eine 787-8 von Aeromexico: Foto von John Taggart auf Flickr (ShareAlike 2.0 Generic - https://tinyurl.com/rraz59e)

Eine kuriose Idee, die das Potential zu extremer Polarisierung hat. Der Mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador will ein Flugzeug der Vorgängerregierung loswerden. Nachdem Versuche zum Verkauf der Boeing 787-8 gescheitert sind, soll es am 5. Mai eine Lotterie richten.

Das luxuriös ausgestattete Flugzeug mit dem Namen José María Morelos y Pavón war ursprünglich für 218 Million Dollar angeschafft worden. Doch die neue Regierung Mexikos fährt (beziehungsweise fliegt) einen Sparkurs, der keinen Raum für derartige Luxusspielzeuge bietet.

Offiziell soll das Flugzeug noch einen Wert von 150 Million Dollar haben, es ließ sich jedoch auch für 130 Million kein Käufer finden. Damit diese Summe allerdings trotzdem erwirtschaftet wird, kommt die Lotterie ins Spiel.

Insgesamt sollen 6 Million Lose für jeweils 500 Pesos verkauft werden, was ungefähr 24,50 Euro entspricht. Werden alle Lose verkauft würde man so rund 140 Million Dollar erwirtschaften.

Was auf ersten Blick wie ein Marketing Gag klingt, scheint aber doch eine recht schlaue Aktion zu sein. Da es sich bei dem Flugzeug um eine der ältere, extrem schwere und verbaute Versionen des Dreamliners handelt, die gerne auch „Terrible Teens“ genannt werden, gibt es eigentlich keine Airline, die bereit wäre, einen angemessen Preis für das Flugzeug zu zahlen.

Andererseits gibt es natürlich kaum eine Privatperson, die das Flugzeug gewinnen und dann auch nutzen könnten. Allein die Unterbringungskosten dürften schon deutlich über dem Budget liegen. Eigentlich kommt für den Gewinner nur ein Verkauf in Frage.

Und wenn der Verkäufer hier eine geringe Summe von beispielsweise „nur“ 10 Millionen Dollar fordert, könnte sich letztlich doch ein Käufer finden. So hätte der Staat seine 140 Million Dollar bekommen, der Gewinner 10 Million und eine Airline ein super günstiges Flugzeug!

Aber: Man stelle sich vor, der Gewinner findet keinen Käufer. Das kann dann ganz schnell zum privaten Ruin führen, wenn man die Fixkosten des Flugzeugs zahlen muss! Wobei zumindest ein Schrotthändler sich für das Flugzeug interessieren sollte, aber man weiß ja nie!

Ob sich die Tickets auch außerhalb Mexikos kaufen lassen, wird man sehen.