Beim Geld wechseln auf Bali solltest du nicht nur auf den Wechselkurs achten. In der Sendung „Achtung Abzocke – Urlaubsbetrügern auf der Spur“ nimmt Peter Giesel mit seinem Team Geldwechsler auf Bali genauer unter die Lupe. Mit versteckter Kamera wird dabei eine Masche aufgedeckt, bei der Kunden während des Geldzählens abgelenkt werden und anschließend ein Teil der Summe fehlt.
In einem der gezeigten Tests fehlen bei einem Umtausch von 50 Euro rund 30 Prozent des Geldes. Bei einem weiteren Versuch mit 100 Euro sind es sogar knapp 35 Prozent.
Den offiziellen Clip aus „Achtung Abzocke – Urlaubsbetrügern auf der Spur“ auf YouTube ansehen
Warum Geld wechseln auf Bali zur Falle werden kann
Die indonesische Rupiah hat einen sehr hohen Nominalwert. In der Sendung wird als Beispiel ein Wechselkurs von etwa 20.000 Rupiah für einen Euro genannt. Wenn du also 100 Euro wechselst, erhältst du rund zwei Millionen Rupiah.
Dadurch entsteht beim Geldwechsel schnell ein großer Stapel Scheine. Gerade bei höheren Beträgen kann es schwierig sein, die gesamte Summe auf Anhieb zu überblicken und nachzuzählen.
Auch ein Hinweis wie „No Commission“ bedeutet nicht automatisch, dass du besonders günstig wechselst. Eine Wechselstube kann beispielsweise über die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs verdienen. In der Sendung wird ein Beispiel genannt, bei dem ein Euro für 19.950 Rupiah angekauft und später für rund 20.700 Rupiah weiterverkauft wird.
So funktioniert die Masche

Das Vorgehen wirkt zunächst erstaunlich einfach. Entscheidend ist ein kurzer Moment, in dem du nicht mehr genau auf das Geld achtest.
- Der Geldwechsler zählt die Rupien und legt die Scheine auf den Tisch.
- Du zählst das Geld ebenfalls nach und stellst fest, dass die Summe zunächst stimmt.
- Dann sorgt der Geldwechsler für eine kurze Ablenkung. In einem der gezeigten Fälle fragt er beispielsweise, ob noch mehr Geld gewechselt werden soll.
- Du drehst dich kurz weg oder beschäftigst dich mit deinem Geldbeutel.
- In diesem Moment nimmt der Geldwechsler einige Scheine aus dem bereits gezählten Stapel und lässt sie unauffällig hinter dem Tresen verschwinden.
- Du bekommst den Stapel zurück und zählst ihn häufig nicht noch einmal vollständig.
- Erst später fällt auf, dass ein Teil des Geldes fehlt.
Genau diesen Ablauf demonstriert das Team von „Achtung Abzocke – Urlaubsbetrügern auf der Spur“. In den Aufnahmen ist zu sehen, wie Scheine während eines kurzen Moments der Ablenkung hinter dem Tresen verschwinden.
Bis zu 35 Prozent des Geldes fehlen
Wie viel Geld bei dieser Masche verloren gehen kann, zeigen die Tests von Peter Giesel besonders deutlich. Bei einem Umtausch von 50 Euro fehlen rund 80.000 Rupiah — das entspricht mehr als vier Euro beziehungsweise ungefähr 30 Prozent der erwarteten Summe.
Noch auffälliger ist ein späterer Test mit 100 Euro. Hier fehlen 675.000 Rupiah, damit verschwinden beinahe 35 Prozent des gewechselten Geldes. Eine versteckte Kamera hält dabei den entscheidenden Moment fest.
Anschließend konfrontiert das Team den Geldwechsler mit den Aufnahmen. Dabei stellt sich heraus, dass sich die fehlenden Scheine tatsächlich hinter dem Tresen befinden.
Wichtig ist dabei: Die gezeigten Fälle stammen aus den Tests der Sendung und sind keine allgemeine Statistik über alle Wechselstuben auf Bali.
Worauf du beim Geldwechsel achten solltest
Wenn du Geld wechseln auf Bali möchtest, solltest du dich beim Zählen nicht ablenken lassen. Behalte die Scheine während des gesamten Vorgangs im Blick.
Auch wenn der Mitarbeiter den Betrag bereits gezählt hat, solltest du das Geld selbst noch einmal vollständig nachzählen, bevor du die Wechselstube verlässt. Lass dich dabei nicht unter Zeitdruck setzen — wenn der Mitarbeiter plötzlich eine weitere Frage stellt oder dir einen zusätzlichen Wechsel anbietet, solltest du dich nicht von deinem bereits gezählten Geld ablenken lassen.
Auch der Wechselkurs sollte vor dem Umtausch geprüft werden. Ein vermeintlich guter Kurs oder der Hinweis „No Commission“ sagt allein noch nichts darüber aus, wie viel du tatsächlich bekommst.
Auf dieses Zertifikat solltest du achten
Beim Geldwechsel lohnt sich außerdem ein Blick auf die Zulassung der Wechselstube. Bank Indonesia schreibt für lizenzierte KUPVA-Anbieter bestimmte Kennzeichnungspflichten vor: Am Geschäft müssen das Logo eines zugelassenen Money Changers, das von Bank Indonesia ausgestellte Geschäftslizenz-Zertifikat sowie der Hinweis „Authorized Money Changer“ gut sichtbar angebracht sein.
Auch der Name des Unternehmens sowie weitere Angaben zur Zulassung müssen entsprechend den Vorgaben sichtbar sein.
Wenn du Geld wechseln auf Bali möchtest, solltest du deshalb nicht ausschließlich auf einen auffällig guten Wechselkurs achten. Eine offiziell zugelassene Wechselstube bietet dir zumindest einen wichtigen Anhaltspunkt dafür, dass es sich um einen regulierten Anbieter handelt.

Fazit: Lieber mit etwas mehr Geduld
Die von Peter Giesel und seinem Team gezeigte Masche funktioniert vor allem deshalb, weil du davon ausgehst, das Geld bereits kontrolliert zu haben. Ein kurzer Moment der Ablenkung kann dann ausreichen, damit einige Scheine verschwinden.
Bleibst du aufmerksam, zählst den Betrag selbst noch einmal nach und achtest auf die offizielle Zulassung der Wechselstube, kannst du das Risiko deutlich reduzieren. Gerade bei mehreren Millionen Rupiah lohnt es sich, beim Zählen etwas mehr Zeit zu nehmen — denn ein vermeintlich schneller Geldwechsel kann sonst schnell teuer werden.

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