Wie schnell ein medizinischer Notfall im Ausland zur Kostenfalle werden kann, zeigt ein aktueller Fall des Europäischen Verbraucherzentrums (EVZ) Deutschland.
Auf Mallorca veranlasste ein Hotelarzt mitten in der Nacht einen privaten Krankentransport für ein kleines Kind.
Die Folge war eine Sofortrechnung von 1.095 Euro auf der Kreditkarte. Die gesetzliche Krankenkasse übernahm am Ende nur 400 Euro.
Damit dir so etwas im Urlaub nicht passiert, solltest du die wichtigsten Regeln für die medizinische Versorgung im Ausland kennen.
Notfall im Ausland: Der Unterschied zwischen öffentlichem System und Privatanbietern
Wenn du innerhalb der EU reist, vergisst man im Schrecken leicht, dass eine medizinische Behandlung nicht automatisch vollständig bezahlt wird.
Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) auf der Rückseite deiner deutschen Gesundheitskarte deckt nämlich grundsätzlich nur Leistungen des öffentlichen Gesundheitssystems ab.
In vielen beliebten Urlaubsregionen rufen Hotels oder Privatpraxen jedoch bevorzugt private Ambulanzdienste oder bringen Patienten in Privatkliniken.
Diese rechnen nicht über die EHIC ab, und du bleibst auf den Kosten sitzen.
Bei einem echten Notfall gilt zwar immer: Schnellstmöglich die europaweit kostenlose Notrufnummer 112 wählen.
Wenn es die Situation jedoch zulässt, solltest du immer gezielt nachfragen, ob es sich um einen öffentlichen Rettungsdienst handelt.
5 Tipps für den Notfall im Ausland: So schützt du dich vor hohen Kosten
Mit diesen einfachen Schritten vermeidest du hohe Eigenanteile und ungedeckte Kosten:
- EHIC immer dabeihaben: Sie ist dein Türöffner für das öffentliche Gesundheitssystem in der EU, ersetzt aber keine Zusatzversicherung.
- Auslandsreisekrankenversicherung abschließen: Eine private Auslandsreisekrankenversicherung ist unverzichtbar. Sie übernimmt auch private Behandlungen, notwendige Krankentransporte sowie einen medizinischen Rücktransport nach Deutschland.
- Vor der Behandlung nachfragen: Erkundige dich bei Ärzten oder in Kliniken direkt, ob sie dem staatlichen System angeschlossen sind und die EHIC akzeptieren.
- Belege und Rechnungen aufbewahren: Musst du Leistungen vor Ort bezahlen, verlange immer eine detaillierte Rechnung inklusive Zahlungsbeleg für deine spätere Erstattung.
- Urlaub gut vorbereiten: Informiere dich schon vor der Abreise über die Standorte der nächsten öffentlichen Krankenhäuser an deinem Urlaubsort.
Fazit
Ein medizinischer Notfall im Ausland lässt sich nicht immer verhindern, aber finanzielle Schäden schon.
Wenn du vor der Reise eine günstige Auslandskrankenversicherung abschließt und vor Ort auf das öffentliche Gesundheitssystem achtest, bist du im Ernstfall bestens abgesichert.
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