Wow – Diese Airline kompensiert ab jetzt ALLE CO2 Emissionen!

FLug EJU5841 geht in die Geschichte ein! Denn während Air France oder Lufthansa lediglich die Emissionen ihres Flugpersonals ausgleichen, geht easyJet einen großen, einen wirklich sehr großen Schritt weiter. Denn ab sofort sollen alle Flüge auf allen Strecken komplett emissionsfrei durchgeführt werden, bzw. die entstehenden CO2 Emissionen kompensiert werden.

Kompensieren von Emissionen

Dass gerade eine Billigairline als erste Fluggesellschaft der Welt diesen Schritt wagt, ist schon beeindruckend. Vor allem, weil sich diese Kompensation nicht auf die Ticketpreise auswirken soll. Bevor wir näher auf easyJet eingehen, einige kurze Worte zum Kompensieren von CO2.

Generell ist kompensieren eine gute Sache. Allerdings wäre es natürlich deutlich besser, die entsprechenden Emissionen gar nicht erst zu produzieren. Ein wenig werde ich nämlich an den Ablasshandel der katholischen Kirche im 16. Jahrhundert erinnert. Wenn kompensieren zu einem guten Gewissen und einer gesunkenen Auseinandersetzung mit dem Thema führt, sind ihre Folgen negativ.

Generell ist es aber natürlich besser, zu fliegen und zu kompensieren, als nicht zu kompensieren. Allerdings gibt es 3 unterschiedliche Varianten zur Kompensation:

  • In der Zukunft: Das Pflanzen von Bäumen ist super, allerdings wird das CO2 erst nach 20 Jahren kompensiert, da der Baum erst wachsen muss
  • Direkt: Das Austauschen von Holzöfen in Ruanda sorgt für gesunkene Emissionen durch die Reduzierung von Holz zum Verbrennen, sowie für den Schutz des Waldes
  • Langfristig: Z.B. Synthetische, emissionsarme Treibstoffe ( Sustainable Aviation Fuel)

easyJets Kampf gegen CO2

Emissionen werden bei easyJet bereits auf verschiedene Arten reduziert. Beispielweise, indem dei Flugzeuge so gut ausgelastet sind wie möglich, indem Umstiegsverbindungen gemieden werden, durch die Reduktion von Gewicht und schließlich durch verschiedene Flug- und Landetechniken.

Mit Hilfe dieser Techniken hat easyjet seit dem Jahr 2000 die Kohlenstoffdioxid Emissionen pro Passagier pro Kilometer um ziemlich genau ein Drittel senken können. Das Umweltschutzprogramm der Airline setzt sich aus 3 Teilen zusammen:

  1. Reduzieren von Emissionen auf Flügen
  2. Kompensieren von Emissionen auf Flügen
  3. Forschung im Bereich Emissionreduktion

Für die Kompensation arbeitet easyJet mit verschiedenen, zertifizierten Anbietern zusammen. Es wird beispielsweise in folgende Projekte investiert:

  • Waldschutzmaßnahmen in Südamerika und Afrika
  • Windenergie Aufbau in Indien
  • Versorgung mit sauberen Wasser in Uganda und Eritrea (verhindert das Verbrennen von Holz zum Filtern des Wassers)

Und letztlich forscht easyJet mit verschiedenen Partnern an den Flugzeugen der Zukunft. So gab es beispielsweise Investitionen in Wrigt Eletric, die an elektrischen Flugzeugen arbeiten und die Ankündigung, auch gemeinsam mit Airbus an einem e-Flugzeug zu arbeiten.

Fazit

Man kann über die Kompensation von Emissionen verschiedener Meinung sein. Jeder von uns sollte versuchen, seinen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Doch obwohl vermutlich die meisten von uns hier viel Raum haben, sich zu verbessern, ist es doch noch wichtiger, dass auch die Industrie sich dieser Thematiken bewusst wird.

Und das gerade easyJet als Billigairline den ersten großen Schritt in diese Richtung macht, wirft meiner Meinung nach kein gutes Licht auf Airlines wie die Lufthansa, die deutlich höhere Gewinnmargen vorweisen kann, sich aber nur zu einer Kompensation des Flugpersonals durchgerungen hat.

Ryanair ist in Europa auf Platz 10 der größten Emittenten von CO2, hinter 9 Kohlekraftwerken. EasyJet steht hier übrigens auf Platz 35. Noch 2010 sagte Michael O´Leary, Chef von Ryanair, der Klimawandel ist „Horseshit„, als Reaktion auf die Statistik der CO2 Emittenten wollte man dann allerdings doch als erste Airline sämtliche Flüge kompensieren, tat man aber nicht.

Insofern hat easyJet hier einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaschutz getan. Aber: Wie bereits erwähnt, darf dies nicht dazu führen, dass man plötzlich mit gutem Gewissen Kurzstreckenflüge antritt. Denn CO2 neutral bedeutet noch lange nicht klimaneutral, da auch Ruß, Stickoxide und Wasserdampf freigesetzt werden.

Hier erfährst du mehr zur Aktion von easyJet

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